Allgemeines zur Kaninchenimpfung

Die zu impfenden Kaninchen sollten gesund sein. Durch ungünstige Haltungs- und Fütterungsbedingungen sowie durch Ekto- oder Endoparasitenbefall und versteckte bakterielle Infektionen kann die Wirksamkeit der Schutzimpfung beeinflusst werden. Mit diesen Erregern belastete Tiere reagieren nur mit einer ungenügenden Ausbildung von Abwehrstoffen, was den Wert einer Schutzimpfung erheblich einschränkt.

 

Deshalb ist eine gründliche Allgemeinuntersuchung vor der Impfung für uns selbstverständlich. Gerne beraten wir Sie bei dieser Gelegenheit auch hinsichtlich artgerechter Fütterung, Haltung und Beschäftigungsmöglichkeiten ihres Hoppelchens.

 

Gegen folgende Erkrankungen ist eine Impfung möglich:

  • RHD
  • Myxomatose
  • Kaninchenschnupfen

RHD (rabbit hemorrhagic disease)

Der Erreger dieser Erkrankung ist ein Calici-Virus, das durch direkten Kontakt von Tier zu Tier und durch indirekten Kontakt (z.B. kontaminiertes Grünfutter, durch Personen (Kleidung/Hände), durch  Futter, Einstreu, Transportkisten und Insekten (passive Übertragung) verbreitet wird.

Ungeimpfte Kaninchen sterben nach Infektion mit dem RHD-Virus. Bei vielen Todesfällen wird die Erkrankung überhaupt nicht diagnostiziert, da sie einen rasanten Verlauf nimmt. Die Zeit von der Ansteckung bis zur Erkrankung (Inkubationszeit) beträgt 24-72 Stunden. Die meisten Tiere versterben, bevor sie sichtbare Krankheitssymptome zeigen. Bei den Tieren, die Krannkheitssymptome zeigen sieht man blutige Darmentzündungen, Blutungen aus den Körperöffnungen und zentralnervöse Störungen. Eine Therapie ist nicht möglich.

Daher ist eine Schutzimpfung die wichtigste und erfolgreichste Vorbeugemaßnahme für Kaninchen in Heimtierhaltung und in Zuchtbeständen. Rechtzeitige Impfungen gegen RHD bieten eine hohe Sicherheit vor dem Auftreten dieser gefährlichen Kaninchenseuche. Gegen RHD können Kaninchen ab einem Alter von 4 - 6 Wochen werden. Nach 4 Wochen kann eine Auffrischung erfolgen, danach Wiederholungsimpfungen mindestens einmal jährlich.


Seit bereits zwei Jahren wird in Frankreich gegen eine neue Variante der RHD geimpft. Dieses neue mutierte Virus raffte in Frankreich viele Kaninchen dahin bis ein neuer Imfstoff entwickelt wurde. Nun breitet sich die Seuche aber von Frankreich aus weiter aus. Das Virus nennt sich RHD-V2.
Da die herkömmlichen Impfstoffe, die es in Deutschland gibt, nicht vor einer Erkrankung mit der neuen Variante schützen, haben wir nach Genehmigung durch das Bundesministerium den Impfstoff aus Frankreich importiert. Nun sind wir in der Lage die Langohren unserer Kunden mit dem Filavac Impfstoff zu schützen.
Geimpft werden könne Häschen ab 10 Wochen. Es ist eine einmalige Injektion nötig, nachgeimpft wird alle 6 Monate.

Myxomatose


Die Myxomatose ist in Deutschland weit verbreitet. Diese gefährliche Kaninchenseuche wird durch das Myxomatosevirus hervorgerufen. Wildkaninchen bilden ein natürliches Reservoir für den Krankheitserreger.

Unsere Heimtier-Kaninchen stecken sich durch Grünfutter-Fütterung an, beim Freilauf oder durch Insekten (Stechmücken). Kranke Tiere zeigen Augenentzündungen mit Krustenbildung, Schnupfensymptome, Schwellungen der Unterhaut im Kopfbereich und Schwellungen der Geschlechtsteile. Oftmals versterben die Häschen mit Lungenentzündung und Fieber. Durch steigenden Infektionsdruck werden zunehmend auch die Gebiete erfasst, in denen Myxomatose bisher nicht beobachtet wurde.

Regelmäßige Impfungen zur Sicherung eines permanenten Schutzes der Kaninchen sind notwendig. Die vorbeugende Impfung von Kaninchen gegen Myxomatose erfolgt durch eine Erstimpfung ab der 5. Lebenswoche.

Dank eines neuen Impfstoffes, der seit 2012 auf dem Markt ist, muss die Myxomatose-Impfung nur noch einmal im Jahr vorgenommen werden. Zudem ermöglicht dieser neue Impfstoff die Impfung gegen RHD und Myxomatose mit nur einer Injektion (Kombinationsimpfstoff).

Kaninchenschnupfen


Pasteurellen und Bordetellen sind die wichtigsten bakteriellen Erreger beim Kaninchenschnupfen.

Schnupfen kann bei Kaninchen aller Altersklassen auftreten. Die Erkrankung kann sowohl bei Kaninchen in Heimtierhaltung als auch in Zuchtbeständen auftreten. Infizierte Kaninchen haben einen weißen Nasenausfluss, zeigen verklebtes Fell an den Vorderpfötchen und haben Bindehautentzündung. Als Komplikation kann eine Lungenentzündung mit Todesfolge entstehen. Die Therapie gestaltet sich meist schwierig, da die Erreger im Schleim der Nasennebenhöhlen für Antibiotika nicht gut erreichbar sind. Außerdem gelingt es nicht, die Erreger vollständig aus dem Tier zu eliminieren.

Neben klinisch erkrankten Tieren sind die latent (versteckt) infizierten Kaninchen ein besonderes Problem. Bei diesen Tieren erfolgt die Infektion mit den Schnupfenerregern bereits als Nestjunge während der Säugezeit. Daher ist die Impfung gegen Kaninchenschnupfen vor allem als Bestandsimpfung in Zuchten zu empfehlen.

Eine optimale Basis für jedes Impfprogramm in Kaninchenzuchten bildet die jährlich zu wiederholende Grundimmunisierung aller Kaninchen eines Bestandes vor Beginn der Zuchtsaison sowie die Grundimmunisierung der Jungtiere. Bei tragenden Häsinnen führt die Impfung im ersten Drittel der Trächtigkeit zur weiteren Steigerung der Abwehrstoffe, die mit der Muttermilch auf die Jungtiere übertragen werden. Die zweimalige Grundimmunisierung von Jungtieren ist ab einem Alter von 4 Wochen möglich, sollte aber spätestens nach dem Absetzen erfolgen.

Literatur: